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martin

Wozu Parkour? Selbstwirksamkeit

danke für diese einsicht :)

meine meinung zu der thematik:

ich hätte gedacht, dass ich mich (wissentlich) garnicht so viel mit risiko und verletzungsgefahr auseinander setze... aber wenn ich genauer darüber nachdenke, eigentlich schon

ich denke, ich kann inzwischen relativ gut einschätzen was ich kann und was nicht... mich hat's dafür auch oft genug "aufgelegt"... aber eben ohne schlimmere blessuren, weil ich gelernt habe, es immer in kleinen schritten zu steigern

ich habe bei mir feststellen können, dass ich bei "schwierigeren" sachen/sprüngen, immer vorher ein paar "exit-strategien" im kopf durchgehe... wie reagiere ich wenn ich zu kurz/lang komme, wo könnte ich hängen bleiben und wie rette ich mich aus der situation... im endeffekt kommt es meistens eh ganz anders, aber mir gibt es einfach ein sicheres gefühl, ein paar varianten bereits im vorhinein durchgedacht zu haben.

weiters ist es auch immer wieder ein komisches gefühl, wenn ich von leuten höre (oder sehe), dass es sie bei relativ "simplen" sachen böse auflegt... sachen die man selbst schon x-mal gemacht hat... ich finde es einen wichtigen part, nicht nur aus eigenen, sondern auch aus fehlern von anderen zu lernen

aber wie gesagt... es gibt einfach keine absolute sicherheit, aber wir können mit diesem training und dieser lebenseinstellung viel (er)lernen, um damit sicherer und selbstbewusster umgehen zu können

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Verdammt gute Betrachtung(en) Martin!

Die Antworten auf die Frage "Wozu Parkour?" sind vielfältig - die Beweggründe warum wer mit Parkour beginnt und warum / wie wer trainiert sehr differenziert. Der Risiko/Sicherheitsaspekt spielt für mich eine große Rolle - altersbedingt, wie ich annehme, aber wahrscheinlich auch mentalitätsabhängig.

Wenn man die Jugend(kultur) betrachtet, denke ich, ist es ein Hin-und-Her zwischen "Gib Gas, ich will Spaß" und "Laissez-faire" ...

Parkour bietet sicher eine Möglichkeit, feedback über den eigene psychischen und physischen Zustand zu erlangen. Allerdings, müssen die Signale (richtig) verstanden und umgesetzt werden. Das ist der Weg, den jeder für sich gehen muss. Es ist ein langer Weg. Das ist der Weg des Parkour.

Greetz Rocket

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sehr gut auf den punkt gebracht. selbstwirksamkeit ist eine wichtige und durch parkour sehr direkt erlebbare erfahrung. deshalb versuch ich immer, jugendliche dazu zu überreden, mit mir parkour zu trainieren. die meisten schaffen am anfang gleich mehr, als sie sich zugetraut hätten - eine essentielle erfahrung vor allem bei meiner klientel. (ein weiterer essentieller aspekt für sie ist die eigenverantwortung.)

ich selbst setze mich sehr bewusst mit risiken und im verhältnis dazu mit meinen kompetenzen auseinander. zum teil aus erfahrung (böse fersenprellung), zum teil - wie bei rocket - mentalitäts- und wohl auch altersbedingt: meine körperliche integrität garantiert, dass ich laufend trainieren kann, ich bin kein adrenalin-junkie und ja, mit dem alter werde ich vernünftiger...

daniel ilabaca hat einmal in einem interview gesagt, er wäre in seinem leben noch nie ein risiko eingegangen. ich glaube ihm das, auch wenn ich kaum glauben kann, was er manchmal so treibt.

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daniel ilabaca hat einmal in einem interview gesagt, er wäre in seinem leben noch nie ein risiko eingegangen. ich glaube ihm das, auch wenn ich kaum glauben kann, was er manchmal so treibt.

kann mich an den quote jetzt nicht erinnern, aber klar... für jeden liegt die subjektive "risiko-schwelle" wo anders. Danny fühlt sich bei vielen Dingen sicherlich sicherer, als Andere.... und er wird das/sich gut einschätzen können

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genau das hab ich gemeint. bei dem was er macht, fühlt er sich bzw. ist er so sicher, dass das risiko, das er eingeht, tatsächlich gering ist. auch wenn man es kaum glauben kann. (in diesem zusammenhang ist auch free solo klettern interessant).

ich denke, er hat das in einem parkour-tour video gesagt... vielleicht finde ich es.

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"Gefühl der Ohnmacht....Einerseits deuten sie auf einen Mangel an adäquaten Herausforderungen hin..."

Letztens habe ich im Bhf Wien Praterstern eine Volksschulgruppe beobachtet. Brav in Zweierreihe sind sie der Lehrerin hinterher gegangen, zu den Stufen, wo sie sich in zwei Reihen aufgespalten haben, eine links am Stiegengelände, die andere rechts, und somit beim hinabsteigen immer brav anhalten mussten. Zusätzlich trugen sie Warnwesten.

Das Bild hat mich schockiert, denn wird unseren Volksschulkindern nicht mehr zugetraut Stufen zu steigen?!?! Wenn ihnen diese Herausforderungen im Alltag genommen werden, wie sollen sie sich zutrauen ihre Umgebung aktiv wahrzunehmen???

Ich liebe Parkour, weil ich davon fasziniert bin, zu welcher Leistung der menschliche Körper fähig ist. Mir wird bewusst, wie oft wir uns selbst unterschätzen. Mir hilft, zu überlegen, was das Schlimmste ist, das passieren kann, wenn ich den Sprung nicht schaffen sollte. Dabei wird mir bewusst, dass es harmlos ist und man die Dinge einfach ausprobieren muss.

Die Selbstwirksamkeit ist bei Parkour stark vertreten. Ich weiß, wenn ich etwas erreichen will, dann muss ich an mir arbeiten. Von alleine wird sich nichts ändern, nur ich bin dafür verantwortlich meinen Körper die Herausforderung zu geben die er braucht um zu wachsen um größeres zu leisten.

martin, TOM and cyberwolf like this

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hier ist es, ich hatte es etwas anders in erinnerung. zu sehen/hören ab 01:56:

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Guter Artikel Martin!

Ohne nen Artikel zu verfassen!

Kurz: Psychologisch betrachtet was man gar nicht bewusst wahr nimmt ist es dies--->Suche nach Identität,(selbst) Anerkennung, Selbstverwirklichung, Spaß daran und soziale kontakte pflegen/genießen!

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