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TOM

Ciné Parkour – Buchrezension

Ciné Parkour - „A cinematic and theoretical contribution to the understanding of the practice of parkour“ ist ein, als Doktor-Arbeit „getarntes“ Werk, über die Künste der Fortbewegung. Verfasst von Julie Angel, welche sich selbst als unabhängige Filmemacherin, Künstlerin, Akademikerin und Schriftstellerin bezeichnet (und wohl auch ist).

 

Diese wissenschaftliche Arbeit hat ganze 7 Jahre Lebenszeit in Anspruch genommen und ist gespickt mit genauen Quellenangaben und Referenzen. Dies macht dieses Buch zu einer wesentlich wertvolleren Informationsquelle, als das „Hören-Sagen“ des Internets (wie zum Beispiel Wikipedia). Die Informationen dieser Literatur stammen von Interviews aus erster Hand, mit der ersten und zweiten Generation von Parkour-Ausübenden. Auch durch die direkte und intensive Zusammenarbeit in Zuge von Dokumentations-Filmen und Werbe-Drehs, hat Julie Angel einen unverwässerten Einblick in diese Szene erlangt.

 

Julie ist heute keine unbekannte mehr in der Szene, denn spätestens mit Ihrem Youtube Channel (Slamcamspam) hat Sie hundert-tausenden Interessierten eine direkte Einsicht und erleichtertes Verständnis dieser Kunst anbieten können. Auf Youtube gab es vor einigen Jahren sogar eine spezielle Aktion, an der ein Tag lang nur Videos von Ihrem Video-Channel auf der Frontpage der Video-Plattform zu sehen waren.

 

Das Buch selbst ist in englisch geschrieben (es gibt keine deutsche Übersetzung) und beinhaltet insgesamt etwa 300 Seiten. Davon sind ca. 230 Seiten Text, 70 Seiten Referenzen & Bewegungsbeispiele, aber auch einige (schwarz/weiss) Bilder bzw. Bilder-Serien lockern zwischendurch immer wieder auf bzw. erklären optisch beschriebene Situationen. Ganz am Ende befindet sich eine Timelime („Terminology Timeline“ & „Parcour Timeline („key-events“)), die für mich persönlich sehr aufschlussreich war.

 

Dieses Buch basiert auf Interviews mit den Wurzeln der Parkour-Geschichte, also David Belle und weiteren Mitgliedern der Yamakasi Gruppe, aber auch weiteren Traceuren der sogenannten „2nd  Generation“. Als besonders starke Informationsquelle kristallisiert sich die Zusammenarbeit mit Parkour Generations (ParkourUK) und deren Mitglieder heraus, was Julie Angel selbst auch als „Eureka moment“ beschrieb. Sie hat sich in diese Szene vertieft und ein starkes Verständnis entwickelt, welches Sie in diesem Werk teilt.

 

Generell handelt es sich um die Beschreibung/Interpretationen von Ereignissen und Momenten der persönlichen Parkour-Erfahrungen einer Person, die anfangs keine wirkliche Ahnung der Thematik hat – so wie jeder von uns, der mit Neuem konfrontiert wird. Für Erklärungen wird oft auf weitere wissenschaftliche Arbeiten bzw. Texte referenziert, es bleibt aber immer genügend Luft, für eigene Interpretationen und Ansichten.

 

Es zeigt den Weg einer Künstlerin, die sich professionell und möglichst objektiv mit dem Thema auseinandersetzt  und auch nicht davor zurückschreckt, es selbst aktiv auszuüben. Sie selbst gibt auch an, nur durch die aktive Ausübung einen kompletteren Eindruck darüber erhalten zu haben und auch mit der Zeit einige Erfahrungen und Bekanntschaften (bzw. deren Einstellung bei gewissen Themen) in Frage gestellt zu haben, die Sie anfangs als gegebenes Faktum sah.

Le parcours, l'art du déplacement, parkour and freerunning, a historcal overview (Seite 9-45)

 

Anfangs wird versucht zu erklären, wie es zur Entstehung dieses kulturellen Phänomens kam. Diese Entwicklung, die bereits 1986/87 startete und sehr stark mit David Belle und der Beziehung zu seinem Vater in Verbindung stand. Geschichten von seinem Vater (Raymond Belle), welcher als 'force of nature' (von weiteren Familien-Mitgliedern) beschrieben wurde und das Ziel von David, hier eine zeitlose Verbindung mit Ihm zu schaffen.

 

Die Einflüsse der Méthode naturelle („be strong to be useful“), die Einstellung der jungen (sehr kleinen/exklusiven) Gruppe der Ausübenden, die Entwicklung von Einzelbewegungen zu Kombinationen und deren anfangs besonders „harten“ Trainings-Methoden. Auch Fantasie und Vorstellungsvermögen hatten damals einen enorm starken Einfluss auf die Entstehung, neben dem physischen Aufbau des Körpers, was Ihnen in Ihrem harten Umfeld der Pariser Vororte einen wertvollen Vorteil brachte.

 

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Schon hier beginnt das Infragestellen von bestimmten Definitionen und Begriffen rund um den Begriff „Parkour“.

 

(...)of this relatively new activity and cultural phenomena that began to evolve circa 1986/7 (Seite 10)

 

David heard his grandfather's stories: „Your father is a 'force of nature', he did some incredible things“.  (…) the hero-figure with super-human abilities was very present in David's imagination through his interests and information regarding his father (…) (Seite 17)

 

You maybe able to do a jump when you have warmed up or are comfortable he told his son, but will you be able to perform the same jump with no preparations under duress? This was the mental and physical preparation, „be strong to be useful“ (Seite 20)

 

The group believed that if faced with two options, one should take the hardest route as nothing will be learnt from taking the easy route (Seite 23)

 

Yann Hnautra, David and Williams Belle all compare this stage of learning to that of a child first learning to speak, then progression to sentences, stories and finally the creative application of these skills to formulate poetry. This art was not only a method of exploring the self, it was also a tool for self-expression. (Seite 25)

 

Yann reflected that they wasted a lot of time in their training and could have been 'softer' in what they're doing. (Seite 26)

 

Stephane Vigroux also recalls that in this very early period  the levels of risk they undertook were akin to madness; claiming they could have died at least ten times a day. (…) However, for all the potentially fatal risks they took, they were never seriously injured beyond cuts, bruises and strains.
(...)it was not enough to be able to do it, it was 'do it, do it well, do it well and fast' (Seite 27)

 

(…) despite the repetition of severe levels of impact there are no knee or joint injuries among them. They are all active and are still training in varying degrees. (Seite 30)

Chau Belle-Dinh: „You do parkour, l'art du déplacement, motion art, freerunning, it's the same thing, your heart, your 'way' is very important“ (Seite 37)

 

Documenting Movement: a shared participatory ciné parkour (Seite 45-123)

 

In diesem Teil des Buchs handelt es sich um den Einstieg in die cineastische Perspektive von Parkour, mit den ersten öffentlichen Bildern dieser Fortbewegungsform. Für mich selbst war es zum Beispiel neu, dass es sich um das erste Video welches ich im Zusammenhang mit Parkour gesehen habe („Speed Air Man“ – mit ersten Aufnahmen in 1998) um ein Showreel handelte, für die Teilnahme am Hollywood-Film Spiderman aus 2002. Angeblich war es nie geplant, dass dieses Showreel veröffentlich wird und es hat selbst seinen Einfluss auf die generelle Verwirrung verursacht, wieso bei einem als „Parkour“ in Zusammenhang gebrachten Video vom „Erschaffer“ selbst akrobatische Elemente zu sehen waren.

 

Es wird beschrieben wie es zum Begriff „Freerunning“ kam, warum ihn Sébastien Foucan statt Parkour verwendete, wie der Regisseur von Jump London und Jump Britain (Mike Christie) seine Dokumentationen sieht, wie Julie Angel's erste Eindrücke von Parkour waren, usw.

 

Besonders der Unterschied von kommerziellen Produktionen, im Vergleich zum täglichen Training werden hier genau vor Augen geführt. Die Sicht der Öffentlichkeit, welche meist nur die kurzen spektakulären Action-Sequenzen kennt und eigene Erfahrungen beim Einsteig in diese eigene Kultur/Gesellschaft.

 

Der enorme Einfluss auf das öffentliche Bild von Parkour, in Bezug auf die schieren Massen an Videos, welche tagtäglich auf Video-Portalen hochgeladen werden und im Gegenzug dazu, die reservierte Haltung von (teilw.) introvertierten Traceuren der ersten Stunde(n). Julie geht auch genau auf die Entstehung und Wirkung Ihrer Dokumentationen wie z.B. „Jump Westminster“ ein, womit Sie auch einiges an Aufsehen erregte.

 

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The video Speed Air Man was an attempt to be involved in the 2002 film Spiderman (Seite 37) created in 1998 (Seite 54)

 

The source of the initial conflict seems to stem from acrobatics being seen as a fun and optional act that does not align itself with the functionality and utilitarian ideal of being 'strong ti be useful' (Seite 37)

 

David Belle: „There are not different kinds of parkour: someone who can fight – a real fighter – can fight on the ground, small, big, anywhere, parkour is the same; you must adapt. You adapt to everything that's around us here. There are not derivatives, then acrobatics are different, you can do it here but you can't do it for an hour, but you can do parkour and discover your surroundings for a long time“ (Seite 39)

 

Sébastien Foucan, used the term parkour for several years then chose to create freerunning after appropriating the term that had been used a s a direct translation for parkour in the documentary Jump London. (Seite 39)

 

Mike Christie, the writer and director of Jump London, exemplified this commercial approach when he discussed some of the constraints and realities of his documentary. He stated that, with regards to what was shown and the locations and structures where traceurs did parkour for the benefit of the documentary, if the traceurs had their own way.“they wouldn't have been doing parkour on them“ (Seite 53)

 

(…) Jump London was an example of the mainstream media's perspective of parkour, representations of parkour within it's own culture were equally spectacle and performance led (…) (Seite 54)

 

Ruby:„The agendas of people representing a culture in which they are native have to be different from those who are not. Once it is acknowledged that no one can speak for or represent a culture, but only his or her relationship to it, then a multiplicity of viewpoints is possible and welcome – some from within and all the marvelously grey areas in between“ (Seite 54)

 

Seeing parkour first-hand was disappointing. After all, I had only witnessed the stylized television spectacle  of the skills demonstrated by the first and second generation French traceurs in Jump London and Rush Hour. (Seite 56)

 

Julie Angel: During my participation in parkour over the past six years I have suffered one injury; a sprained ankle that was caused from slipping on a mat in an indoor training session. (Seite 67)

As a result of doing (at a constantly low level) and observing parkour, I acquired parkour vision and experienced an increase of personal confidence as well as changes in my perception and relationship to my environment. I had never before felt enthusiasm for railings, the placement of small walls in alignment with other walls, whether the height of a wall was sufficient for me to attempt and work towards completing a wall run. Areas I previously avoided , associating them with crime and anti-social behavior , were now havens of activity, possibility, challenges, effort, engagement, concentration and joy, replacing fear and passivity with positive emotions and activity. (Seite 70)

The concern of the moments of relevance became clearer the more I experienced parkour. The sound of the movements and landings in particular were important indicators of the skill and competence of the traceur. (Seite 71)

 

In my experience of being involved with commercial parkour productions, I saw many accidents occur due the use of crash mats, not directly because of the risk of parkour. The soft landings and slippery surface of the mats make it easy for people to twist their ankles of slip on landing. Rarely did the traceurs ask for a crash mat on commercial productions, if they did, it was because they were tired and having to perform the move as part of their job. Traceurs do not take unnecessary risks, it is not in their interest to want to injure themselves. (Seite 75)

 

There had been a great increase in the number of videos posted on the internet of people showing their biggest most impressive jumps. Stephane and many of the experienced French traceurs saw this as reckless and dangerous. Their motivation for doing parkour and their vision for it hat not stemmed from a desire to impress or share with the world on the internet their most recent achievements. They had to gradually built up their skills over a long period of time. (Seite 86)

He (Stephane Vigroux) was also heavily influenced by Williams Belle wo had shown him a more compassionate and inclusive approach to training and teaching the discipline, promoting the idea of a 'non violent' way, compared to David Belle's. (Seite 87)

 

(…) a video tagged with the word „parkour“ is currently (2009) uploaded every 20-30 minutes (Youtube). (Seite 94)

 

Jump Westminster: The project was the first of its kind in the country and Forrest and Dan were keen to demonstrate how parkour could be a positive force for change in their lives of these young people, countering parkour's media identity as an activity of dramatic roof-jumping and wreck less stunts. (Seite 97)

 

Jump Westminster: (…) As a result of this, substantial funds have been secured for a permanent parkour park built in Westminster in 2011 and the creation of National Governing Body, ParkourUK; Eugene Minogue, Stephane Vigroux, Dan and Forrest are all involved. (Seite 99)

 

Visions (film): One sees a challenge – nobody is sure if it's achievable – but they all attempt it and contribute to finding solutions for it. Slowly each attempt enforces the reality that the challenge is achievable, guiding and helping one another until eventually it is accomplished. (Seite 103)

 

Through my extended exposure to the experienced traceurs I became increasingly aware of the elements of suffering and hard work that existed in their practice.  It was always, when outside of their comfort zone, that they felt their training began. (Seite 107)

 

Whilst I intended for the films to be parkour led , this was not achieved until I had a more complete understanding of the discipline. (Seite 118)

 

Theorising the practice of parkour (Seite 123-195)

 

In diesem Part gibt es einen tieferen Einblick in Parkour und das Verständnis dahinter. Es haben sich bereits viele Kluge Köpfe mit Trend-, Extrem-, und Nischen-Sportarten beschäftigt, auf die regelmässig referenziert wird. Aktiven wird hier ein wenig vor Augen geführt, wie sie von aussen gesehen werden und dies bietet viel Potenzial zur Reflektion.

 

Hier ist besonders das gute Verständnis dieser Kunst erkennbar, welches Julie über die vielen Jahre entwickeln konnte. Das (positive) Verhältnis von Akteur zur Umgebung kommt hier genauso vor, wie die eher kontroverse („No ball games culture“) Einstellung der Gesellschaft. Viele Zitate von Stephane Vigroux zeugen auch von seiner ausgeglichenen Einstellung (und viel Know-How) zu Parkour und werten teilweise eher trocken-nüchtern wissenschaftliche gehaltene Teile wieder sehr auf.

Interessant fand ich persönlich zum Beispiel den Vergleich von Parkour mit 'pre-modern sports', bei dem Versuch es ein wenig zu kategorisieren. Bekannte Begriffe wie zum Beispiel die sogenannte 'parkour-vision' werden erklärt und auch für Aussenstehende verständlich wiedergegeben.

Historically parkour is part of a larger tradition if practical alterity or a culture of 'otherness'; expressions that could be interpreted as physical, spatial, emotional and social resistance in urban practices; subversions that make us use of spaces and architecture in ways which they were not originally intended. (Seite 124)

The environment is the friend, the challenger, and co-player in the parkour game , aiding the exploration of the limitations of body and mind. (Seite 136)

 

Traceurs do not see their actions as destructive or threatening, they feel it is their right to move freely and they should not be limited to the existing routes and see their relationship with the environment as a positive one. (Seite 143)

 

As well as a general philosophy of parkour being non-destructive and not affecting the built form, it is their aim to form a harmonious relationship with the environment. (Seite 143)

 

With the heightened awareness of the environment for their own use, traceurs feel somewhat misunderstood by the public when their actions are deemed to be destructive. (143)

 

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The „No ball games“ culture (Seite 149)

 

The traceur is a continual work in progress recreating themselves through a constant process of creativity and invention. Parkour can be seen as a transformative lifestlye; set of ethics or an art (Seite 153)

 

Stephane Vigroux expressed that for him, parkour was an art with the ability to create something from nothing (…) (Seite 153)

 

Dan Edwardes believes, „You can't hide in parkour, you can't fake it really, you can't hide from yourself when you are training. When you go out and train, every single time it's like looking at yourself in the mirror and immediately getting feedback, on where you are that particular day; where you are physically, mentally, if you are injured, feeling sick, if you're not quite up for it. It really tests you every time you train.“ (…) (Seite 154)

 

As Stephane Vigroux stated in Le Singe est de Retour, the jumps he has to do now to experience the same kind of feelings he had when he was starting parkour need to be much larger, constantly challenging his fears and physicality in the act of parkour. (Seite 157)

 

Parkour is a means of dialogue, a way of thinking, experiencing and being in a connection of the external world and connection to a parkour tradition, lineage and culture of parkour peers and fellow practitioners, regardless of how young the discipline is. (Seite 169)

 

Marano: „The opposite of play isn't work, it's depression“ (Seite 178)

 

According to Guttmann's categories, parkour is a 'pre-modern sport' born out of modern times that chooses the environment and self to be a co-player in the activity. (Seite 185)

 

The Parkour Paradox, co-option for spectacle and institunalisation( Seite 195-231)

 

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Im letzten großen Teil wird auf Parkour als 'performance-spectacle' eingegangen. Heisse Themen wie Competitions und große Events werden hier genauso thematisiert, wie speziell gebaute Parkour-Parks (mit einigen interessanten Beispiel-Bildern). Events wie der Barclaycard World Freerunning Championship und MTV Ultimate Parkour Challenge werden genauer erläutert, mit einigen (teilw. sehr lustigen) Einsichten von Teilnehmern.

 

Im Vergleich dazu wird auch das „Parkour Rendezvous“ Event beschrieben und der Grund wieso ParkourUK mit Ihrem A.D.A.P.T. Kurs-System starteten. Bei den Parkour-facilities wird auf die potenzielle Gefahr hingewiesen, dass hier bei reiner Indoor-Aktivität bzw. der Ausübung an speziell gebauten Orten Parkour aus dem Auge der Öffentlichkeit verschwinden könnte. Damit würde Parkour einen wichtigen Antrieb für das zurück Erobern des öffentlichen Raums verlieren.

 

Auch hier wird auf die Mindset-Einstellung von Parkour- und Freerunning-Ausübenden eingegangen, dass mit einem Zitat von Stephane wieder schön viel Raum für eigene Interpretationen gibt.

 

Barclaycard World Freerunning Championship in 2008 => very negative community reactions (youtube comments deactivation) (Seite 200)

 

The big cheers always come from the performance of a backflip, or a spinning twisting; freely moving body in space. Very few specific parkour moves, such as 'catleaps' or precisions' warrant such celebration due the lack of understanding of the skill needed to execute them. (Seite 202)

 

Stephane Vigroux „For the moment the problem is that we have a misunderstanding of what it really is. It's not just about doing a backflip to impress your friends“ (Seite 203)

MTV Ultimate Parkour Challenge (I don't care who wins attitude) (Seit 204)

 

Parkour Rendezvous (Seite 209)

Parkour Generations see the event as a way to legitimize their activities as a training methodology rather than being viewed as reckless performance stunts carried out by adrenaline junkies. (Seite 211)

 

Parkour's popularity has resulted in greater demands for instruction on how to start and/or progress in parkour safely. (Seite 214) A.D.A.P.T & ParkourUK

Parkour indoors becomes private and invisible to the public (Seite 218)

 

Parkour facilities (...)somewhat of an anti-parkour thing to do(...) (Seite 221)

 

The values that underpin parkour are more aligned with selfless, noble acts of heroic functionality and diminishing the fear while the newly coined term freerunning is less about valor  and bravery, than visibility and leisure, a freedom of expression. (Seit 227)

 

As Johann Vigroux stated when reflecting on the changing faces and representations of parkour over the past seven years (…), there is no right of wrong to what is or isn't parkour. (Seite 229)

 

Zusammenfassung:

Ich kann dieses Buch absolut jedem empfehlen. Personen die einen tiefen Einblick in Parkour erhaschen wollen, werden mit dieser professionellen Arbeit eine absolute Freude haben. Wer der englischen Sprache halbwegs mächtig ist, bekommt hier einen kompletten Überblick über die Entstehung, die Werte, die potenziellen Probleme und viele Weisheiten von sehr Erfahrenen Akteuren, rund um die Thematik.

 

Es wird hier nicht trocken eine Bewegung nach der Anderen erklärt, es werden keine Trainings-Beispiele gegeben (z.B. so kann man etwas in der Halle aufbauen) und es werden keine unwiderlegbare Definitionen gemacht.

 

Ich ziehe meinen Hut vor der Arbeit von Julie Angel und Bedanke mich an dieser Stelle im Namen der kompletten Community. Ich hoffe, dass mit diesem Werk einige brennende Fragen beantwortet und viele neue Fragen zu dieser Bewegungskunst dadurch entstehen – was doch auch ein wenig den Reiz ausmacht.

 

Wer Interesse an dem Buch hat, kann es sich um 22€ auf Amazon bestellen.



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Auch wenn der Text ein wenig länger ist, würde mich Feedback dazu interessieren.... ;)

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Danke fürs posten Tom :) du hast aufjeden Fall mein Interesse an dem Buch geweckt.

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Sehr gute Rezession.

 

 - Lese das Buch auch atm und habe deshalb den Quote-part ab "Theorising the practice of parkour" übersprungen um nichts zu spoilern ;)

 

Kann das Buch auch jedem empfehlen - habe bisher nichts vergleichbares gefunden.

 

(Im Titel hat sich ein "n" zuviel eingeschlichen...)

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Sehr gute Rezession.

 

 - Lese das Buch auch atm und habe deshalb den Quote-part ab "Theorising the practice of parkour" übersprungen um nichts zu spoilern ;)

 

Kann das Buch auch jedem empfehlen - habe bisher nichts vergleichbares gefunden.

 

(Im Titel hat sich ein "n" zuviel eingeschlichen...)

 

Rezession? Rezension!

 

Kein 'n' zu viel?

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Whupsi - sorry. Vorm ersten Kaffee am besten nichts posten^^

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Klingt sehr "intense", das Buch. Glaub nicht, dass ich ich gerade genug "Lese-Atem" dafür hab, aber gut zu wissen, falls ich mal näher in diese ganzen Hintergründe eintauchen möchte.

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@tom: danke für die ausführliche Rezension - ich hab das Buch ebenfalls gelesen und kann mich deiner uneingeschränkten empfehlung nur anschließen.

 

Besonders sympathisch und professionell fand ich, dass Julie Angel auch auf Wiedersprüchlichkeiten/Ungereimtheiten hinweist und gar nicht erst versucht DIE Definition von Parkour festzuschreiben.

Anhand der Interviews und Beobachtungen die sie gemacht hat, setzt sie das Selbstbild der Traceure mit einer künstlerischen Aussensicht in Verbindung. Dadurch wird das Bild von Parkour einerseits vielfältiger, andererseits wird auch immer wieder klar, dass es eine sehr junge Bewegung ist, die nicht am philosophischen Reißbrett entworfen wurde, sondern durch die Praxis entstand.

 

Was für mich ebenfalls stark rauskam ist, dass die "Parkour Philosophie" nicht einfach bunter Anstrich ist, der dazu dient Parkour zu mystifizieren oder coole slogans für passanten bereit zu haben. PK-Philo ist eine Sammlung von Grundsätzen die helfen sollen das eigene Potential zu entfalten ohne sich zu zerstören.

Interessant ist da auch der Aspekt, dass dabei stark der Respekt vor der Umgebung betont wird - Leave no Trace - einer Grundhaltung gegenüber der Umwelt: Benutzen statt Verbrauchen/Zerstören

 

Das Buch bietet eine wahre Fundgrube an Zitaten - die von Tom aufgeführten sind nur ein kleiner Teil des Schatzes der sich da zwischen 2 Buchdeckeln verbirgt - Viel Spaß beim Lesen

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