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TOM

Art of Motion - Keine Parkour-WM

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Am 03.10.2015 findet das 5-Jahres Jubiläum des Art of Motion von Red-Bull statt und bei dieser Gelegenheit wollte ich einen häufigen Irrtum aufdecken. Der Irrtum, dass es sich beim Art of Motion um die Parkour-Weltmeisterschaft bzw. Freerunning-Weltmeisterschaft handelt. Die Kurze Version: Es handelt sich genausowenig um die Parkour-Weltmeisterschaft, wie das Red-Bull Air-Race nicht die Flug-Weltmeisterschaft ist.

Hier die lange Version:

 

Ich halte die Art of Motion für ein interessantes Event, welches Parkour/Freerunning bekannter gemacht hat und weiß, dass es vielen Menschen Freude bereitet. Ich bin allerdings auch oft mit der Kehrseite beschäftigt und muss Parkour-Beginnern erklären, dass Parkour non-competitive ist und dieses Red-Bull Event nichts mit den eigentlich Werten rund um Parkour gemeinsam haben. Es wird seit langem versucht (seitens Red-Bull) sich vom Begriff "Parkour" zu trennen und stattdessen "Freerunning" zu verwenden, allerdings handelt es sich hier auch nur um ein Synonym und ändert nichts an der falschen Message. Diese falsche Message wird weltweit aufgegriffen und ist leicht recherchierbar.  Man findet die Erklärung dass es sich dabei um die Parkour-Weltmeisterschaften handelt von Zeitungen, über Blogs bis hin zu Prezis (Präsentationen - vergleichbar mit Power-Point).

 

Das Art of Motion ist und bleibt ein Vermarktungs-Werkzeug für einen Industrie-Riesen dessen Marke bereits über 10 Milliarden € Wert ist. Einen Riesen der ein Produkt herstellt, verkauft und bewirbt welches (hands down) ungesund ist. Kein ernstzunehmender Athlet hat Red-Bull auf seinem Ernährungsplan stehen und es kommt nicht von ungefähr, dass dieses Produkt bis 2008 in Frankreich sogar verboten war. Schlagwörter wie "nachhaltig" und "gesund" die eindeutig mit Parkour in Verbindung stehen, passen einfach nicht zu diesem koffeinierten Zuckergetränk.

 

Das Event ist weit gekommen und hat sich gut entwickelt. Im Vergleich zu den ersten Art of Motions (welche in Wien stattgefunden haben btw.), welche von schweren Verletzungen geprägt waren, scheint der "Bigger is better" Gedanke ein wenig verblasst zu sein. Es wird darauf geachtet dass die Athleten gesund bleiben und das ist für mich das allerwichtigste daran. Freunde nehmen teil, haben Ihren Spass und sollen von dort auch wieder heil zurück kommen.

 

Ich kann klar verstehen, dass Athleten die Ihren Lebensunterhalt mit den Künsten der Fortbewegung verdienen diese Vermarktungsplattform nutzen wollen. Ich kann es auf der anderen Seite aber auch verstehen, dass es wiederum professionelle gibt, die sich davon eindeutig distanzieren und dies mit Ihren Werten nicht vereinbaren können. Der weltbekannte Parkour-Fotograf Andy Day (kiell.com) hat zum Beispiel bereits dicke Angebote von Red-Bull abgelehnt, genau aus diesem Grund.

 

Was man bei so manchem bekannten Athleten auch mitbekommt, dass einige scheinbar den Boden unter den Füßen verlieren (literally). Das Ego nimmt überhand und genau dazu möchte ich diesen Videoausschnitt von David Belle empfehlen.

 

Ich werde mir diesen Samstag das Event anschauen und die Daumen halten, dass alles reibungslos/verletzungsfrei abläuft. Ich hoffe, dass alle ihren Spass und eine gute Zeit haben.

 

Zum Abschluss noch ein positiver Beitrag einer griechischen Website:

 

"The audience down on the ground wants a winner, obviously, but there are no losers. It’s not 18 freerunners competing against each other, it’s 18 freerunners competing against the course every time – almost like 18 different tournaments." :thumbsup:

Michie, murkas, Dranord and 1 other like this

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Wahre Worte TOM!

Danke für dieses Statement dem ich zu 90% zustimme!

IMHO:

Ich weiß, dass das AOM kein "offizieller" Wettkampf ist, dennoch finde ich die sportliche Idee dahinter toll!

Die weltbesten Freerunner (nicht Traceure wohlgemerkt!) versammeln sich. Soetwas sieht man in dieser Form nur 1x pro Jahr.

Und ich finde es wahnsinnig cool diesem Event per Livestream beizuwohnen (dieses Jahr schon mein drittes Mal).

Aber ich bin TOM auch einer Meinung was die Unterscheidung anbelangt. Denn das AOM hat absolut nichts mit dem zu tun, was wir unter der Kunst der Fortbewegung verstehen.

Denn Flips, Saltos, etc. sind wie wir alle wissen nicht gerade effizient und schnell wenn es um die Überwindung von Hindernissen geht.

Ich werde mir das AOM dieses Jahr gewiss nicht entgehen lassen, auch wenn meine großen Vorbilder (Jesse LaFlair, Corey DeMeyers, Jason Paul, Anan Anwar) nicht als Starter gelistet sind.

DENN: Alex Schauer (ja genau der ;)) ist dieses Jahr mit dabei!

 

Edit: Die Österreicherin Pamela Forster ist ebenfalls wieder dabei!

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Zum Abschluss noch ein positiver Beitrag einer griechischen Website:

 

"The audience down on the ground wants a winner, obviously, but there are no losers. It’s not 18 freerunners competing against each other, it’s 18 freerunners competing against the course every time – almost like 18 different tournaments." :thumbsup:

... oder

"it's not 18 freerunners competing against each other, it's 18 freerunners playing with the course every time" ;)

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Lettland hat nun übrigens (nach Litauen) den Verkauf von Red-Bull an Jugendliche verboten: http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/4918998/Lettland-verbietet-das-Geschaeftsmodell-Red-Bull

Nicht nur das, sie verbieten ab Sommer 2016 sogar das werben für spotliche Events :eek:

Gibt auch schon Stimmen dies im deutschsprachigen Raum zu beschränken:

https://www.foodwatch.org/de/informieren/energy-drinks/2-minuten-info/

https://www.foodwatch.org/de/informieren/energy-drinks/mehr-zum-thema/regulierung-notwendig/



 

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