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Alexx

Situation vor 5 Jahren vs jetzt

Ich habe gerade meinen ersten Blogeintrag überhaupt (damals noch auf Parkour Linz) ausgegraben. Text ist ja heute kein Medium mehr auf das irgendwer was gibt, trotzdem, ich finde die Richtung in die der Artikel geht interessat und obwohl noch keine 10 jahre (sondern erst 5) vergangen sind, sind die aufgeworfenen Fragestellungen immernoch sehr relevant und mittlerweile auch etwas abschätzbar.

Würde mich interessieren was ihr davon haltet.

LG

Quote

Wir schreiben 2012 / 2013. Seit dem ich mit Parkour begonnen habe hat sich viel getan. Die Zeiten in denen man für seine Videos noch einen Hoster brauchte, man Techniken wie den Katzensprung per Selbstversuch noch auf eigene Faust weiterentwickeln musste und die Anzahl an Gleichgesinnten noch überschaubar war sind vorbei. Parkour hat eingeschlagen und mit ihm auch die mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Damals war unser Wunsch, dass viele Leute auf den Sport aufmerksam werden und mit uns die gleiche Leidenschaft teilen sowie die Anerkennung der breiten Gesellschaft. Vor 8 Jahren wurde man eventuell skeptisch beäugt, beschimpft oder auch gelobt, wenn man draußen beim Training beobachtet wurde. Heute reißen Leute mit 2 Jahren Trainingserfahrung Doppelsalti und die Schaulustigen kredenzen ein: „Schau mein Junge, das ist Parkour!“. Dass auf der Kleidung irgendwo Parkour geschrieben steht ist schon fast Pflicht und eine Teamgründung sowie eine umfassende Youtube Popularität sowieso. Um genau zusein, darum geht es doch oder?

Irgendwo in diesen 8 Jahren sind wir falsch abgebogen. Die Wenigsten werden wohl noch etwas mit dem Credo „Être fort pour être utile“ anfangen können. Zugegeben ist es wohl kaum Hauptmotivator für Training, verdeutlicht jedoch einen wichtigen Punkt. Die Grundphilosophie von Parkour geht verloren was zur Folge hat, dass immer weniger Anfänger überhaupt die Chance haben nach eben jener zu trainieren.

Vielleicht ist das ein Trend den man nicht nur in Parkour beobachten kann. Diese Schnelllebigkeit. Das Tempo hat sich erhöht. Egal ob bei der Erlernung schwieriger Techniken oder der Erweiterung der physischen Grenzen durch andere. Übt das einen Druck auf uns aus? Ich glaube ja. Ein erster Schritt ist jedoch sich dessen bewusst zu werden. Und ich meine sich dessen bewusst werden. Denn das reine Wissen um diesen Umstand reicht nicht. Die vorher genannte Schnelllebigkeit wird sich vor allem in einem Umstand niederschlagen. In der Durchschnittstrainingsdauer der Praktizierenden. Alles hat seinen Preis. Je schneller ein Lebewesen lebt, desto kürzer die Lebensspanne. Eine Metapher die sich vielleicht auch auf die Trainingsdauer umsetzen lässt. Mit Sicherheit aber werden wir erst in einigen Jahren sehen wohin wir uns bewegen. Dann kann man auch Fragen beantworten wie: Wie lange kann man Parkour auf einem gewissen Leistungsniveau trainieren? Welche Folgeerscheinungen treten auf? etc. Dabei darf man Extrembeispielen wie den Yamakasi oder David Belle leider nicht allzugroße Bedeutung beimessen. Die wenigsten von uns trainieren wie sie.

Eine Frage beschäftigt mich des Weiteren in letzter Zeit ziemlich. Wo stehen wir in 10 Jahren? Die aktuelle Entwicklung hat leider dazu geführt, dass aufgrund des ursprünglichen Spirits der verloren geht die Leute mit einer ganz anderen Einstellung an das Training an öffentlichen Plätzen herangehen. Der Respekt gegenüber der Umwelt wird schnell einmal einem „sicken“ Sprung geopfert. Was daraus resultiert ist eine Konsequenz die wir in Anfängen bereits beobachten können. Stichwort Parkourverbote. England ist hier leider negativ Vorreiter. Aber das Phänomen ist gar nicht so weit weg von uns (10.Bezirk Wien: Senfbauten oder Innenbereich des Museumsquartier). In Verbindung mit den neuerdings boomenden Parkour Parks sehe ich eine gewisse Gefahr. Vor allem nämlich dann, wenn uns das Training auf öffentlichen Plätzen verboten wird mit dem Verweis auf Parkour Parks. Auf den Gedanken möchte ich jedoch nicht allzu detailliert eingehen.

Blane hat übrigens vor kurzer Zeit einen Artikel veröffentlich den ich euch dringend ans herz legen möchte: http://blane-parkour.blogspot.co.at/2012/11/a-call-to-arms.html

Fürs erste genug geschwarzmalt. Im Parkoursinne empfinde ich die eben genannten Umstände nur als weiteres Hindernis das es zu überwinden gilt. Und der Blog wird durch seine Artikel, Interviews, Reviews seinen Beitrag dazu leisten.

 

 

 

TOM, rocket66 and DekiGk like this

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Natürlich verändert sich die Welt, die Leute, Interessen, Wissen, Informationen ... Parkour ist hier nicht ausgenommen.

Ich kann mich auch noch erinnern, wie mühsam es vor 10 Jahren war, Informationen oder Wissen zusammen zu sammeln, Sachen selber zu probieren bzw. probieren zu müssen, ... mehr zu Scheitern, als zu succeeden.

Mit den heutigen Möglichkeiten ergeben sich effektivere Methoden, schnellere Lernerfolge, etc.

Mit der Schnelligkeit steigt auch die Ungeduld. Ungeduld bringt Stress, Frust und wahrscheinlich auch einen höheren drop out.

Dabei konzentriert sich alles auf wenige Ziele, ohne die Gesamtheit - das gesamte Wesen - zu betrachten.

 

Die Rückgewinnung des öffentlichen Raumes scheint auch schwieriger zu werden. Ich bin prinzipiell kein Verweigerer von "Parkour-Parks"  - eher im Gegenteil, allerdings darf dies, wie erwähnt nicht zu einer Ghetto-Bildung/Ausgrenzung führen. Doch ich glaube, dass vieles an (persönlicher) Freiheit durch Verbote, "Sicherheits"maßnahmen, etc. verloren geht/gehen wird.

 

Zum Glück gibt es immer noch Leute, die den spirit haben - und auch weitergeben (können).

Also ist nicht alle Hoffnung verloren!   

DekiGk and Gginn like this

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Not all hope is lost, but it is decreasing rapidly. I remember when I first read Blane`s article. I was so inspired. I had to read it again now. It is so good. Sad to see that he is now in the Board of Parkour UK. Parkour is NOT a sport !

I would really like to spark the conversation about the subject in the community. As our community in Serbia has been pretty silent over the last couple of years, and I have lost respect for a lot of people I hold dear and who taught and challenged me a lot. Stay strong !

Here is another critique of the rotten Parkour these days: 

 - I do hope he made it publicly viewable. :D

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Gegründet im Sommer 2004. Mit tausenden registrierten Mitgliedern im Forum, ist es die größte Parkour-Plattform Österreichs und ein Grundstein der österreichischen Community.