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[Dirk]Die letzten fünf Tage

rssIcon.gif Die letzten fünf Tage

Author: dirk

Ich bin wieder zurück (schon seit Dienstag) und schreibe jetzt hier einfach mal ein kleines Résumé der letzten Tage:

Samstag:

War der Girl's Day in Düsseldorf. Ich bin mit Lisa und Nora hingefahren, und war persönlich als Coach tätig. Es waren schätzungsweise 15-20 Mädchen da, die mit uns, trotz später schlechtem Wetter, fleißig trainiert haben. Es waren auch einige da, die schon erstaunlich fit waren und viel leisten konnten.

Ich persönlich habe mich selber mit Handstandkunststücken wie einen 3-sekündigen Einhandstand und eine 5-sekündigen "Straddle Planche", allerdings mit gebeugten Armen und noch schlechter Haltung, und noch weiteren, kleinen Spielereien, überrascht.

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Sonntag:

Muskelkater vom Vortag. Wir haben einige Präzisionssprünge gemacht, was ich schon länger nicht mehr gemacht habe um meine Knie zu schonen, und deshalb streikten meine Beine ein wenig. Erstaunlicherweise an dem inneren, unteren Oberschenkelmuskel am stärksten. Der Muskel, der bei mir zu schwach ist und durch Übungen, so der Physiotherapeut, gestärkt werden müsse, wird jetzt also auch bei Sprüngen und Landungen rekrutiert. Yes!

So gegen 9:30 hat mich Samson abgeholt und wir sind Richtung Frankfurt gefahren. Auf dem Weg haben wir soooo viele Gespräche geführt, über verschiedenste Aspekte von Parkour, über unsere Vorbilder, über die Entwicklung der Szene, über unsere eigene Entwicklung und über noch vieles mehr...

Irgendwann rief Enis an und orderte uns nach Darmstadt, was wir auch erreichten indem wir der Autobahnbeschilderung folgten.

Dort trainierten wir mit Raimund, Dinja (Da Ninja, richtiger Name unbekannt :D), Jason und Enis. Samson ist bei seinem dritten Sprung, einem Präzisionssprung, zu kurz gesprungen, an der Kante abgerutscht und hat sich das rechte Schienbein blutig geschlagen. Glücklicherweise konnte er mit seinen Armen den Oberkörper von der Mauer fernhalten, was die Lage ein wenig entschärfte. Dennoch musste er ins Krankenhaus um die Wunde zu nähen, und war für den Rest des Tages mehr oder weniger eingeschränkt.

Wir haben zuerst an, vermutlich Enis', Schule trainiert und sind danach an das Staatstheater in Darmstadt gefahren. Der Spot war früher von Skatern belagert, wurde aber allmählich Parkourisiert, wie mir Jason berichtete. Netter Spot eigentlich, aber Samson rief an und wir holten ihn ab um dann gemeinsam zum Felsenmeer zu fahren.

Das Felsenmeer im Odenwald kann man sich als, auf der Spitze eines Berges gelegenen, drei Kilometer langen Abhang vorstellen, der von riesigen, abgerundeten Felsen (Durchmesser etwa einen Meter) durchzogen ist. Mehrere Wanderwege führen einen serpentinenförmig an den Fuß des Abhangs.

Wir aber haben uns über die Steine fortbewegt und sind einmal von ganz oben bis zur, etwa halbzeitig situierten, Brücke gesprungen, gelaufen und geklettert, und haben dort ein wenig Fangen gespielt. Dies war auch meine erste Oben-Ohne-Session, da ich es normalerweise vermeide mit nacktem Oberkörper zu trainieren. Ist mir zum einen wegen meinem immernoch vorhandenen Übergewichts, und zum anderen wegen der Neurodermitis unangenehm. Dieses Mal hat es sich aber sehr natürlich angefühlt...

Von der Brücke haben wir uns dann bis zum Fuß des Felsenmeeres vorgekämpft und nach Verschnaufspause den langen Weg nach oben wieder angetreten. Das war wohl eines der intensivsten Trainings, die ich je vollzogen habe. Keine Grundbewegung ist möglich, man muss schnell und instinktiv reagieren und man muss höllisch aufpassen nicht zu rutschen... bzw. so zu rutschen, wie es geplant war. Hier hat mich vor allem Jason fasziniert, der sich mit einer unschlagbaren Leichtigkeit und Natürlichkeit durch die Felsenlandschaft kämpfte.

Nach dem Training fuhr dann der Rest von uns, namentlich Jason, Enis, Samson und Ich, noch nach Darmstadt zum All-You-Can-Eat-Chinesen, wo wir uns, nach getaner Arbeit, die Bäuche vollschlugen und lustige Gespräche hatten. Wir haben uns über die "alten Zeiten" im .de Forum unterhalten, darüber wie wir mit Parkour und so angefangen haben, und was das für eine komische Frucht im Obstsalat seie.

Danach fuhren Samson, Jason und Ich zu Jasons Haus um dort zu übernachten. Seine Mutter und sein Bruder wussten davon nichts, aber Jasons "Das ist Dirk, das ist Samson" scheinten vollkommen zu genügen, um unser Anliegen darzustellen. Nach viel Trinken und einigem Duschen haben wir uns noch einige Videos angeschaut und gingen danach schlafen, um am nächsten Tag recht fit zu sein.

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Montag:

Jason hatte an dem Tag Schule, weshalb wir auch früh aufstanden, gemeinsam frühstückten und dann unsere Sachen packten, um uns auf den Weg zu machen.

Samson und Ich kamen viel zu früh in Mainz an, das Kolpinghaus hatte geschlossen und wir bummelten ein wenig durch die Stadt, aßen etwas, kauften uns eine Billigfrisbee und spielten ein wenig. Wir unterhielten uns über Werbung mit Parkour, darüber Geld für Aufträge zu verlangen, über moralische Grundwerte und über den steigenden Kommerz im Parkour.

Als wir erneut zum Kolpinghaus kamen, hatte es geöffnet und wir sprachen nach kurzer Wartezeit mit El Jéfe, der uns den Schlüssel zu einem Zimmer gab, und uns darüber informierte, dass das ganze um 17:00 beginne.

Daraufhin inspizierten wir das Zimmer, was angenehm eingerichtet war und diesmal, man erinnere sich an das 1-bettige Zimmer des letzten Jahres, zwei Betten beinhaltete. Wir hatten auch eine große Balkontür und ein Fenster, welche für ausreichend Luft sorgten. Nachdem wir unsere Sachen verstaut und geordnet hatten, begaben wir uns auf Spotsuche und -inspektion. Wir waren ja schon einmal in Mainz, und wollten die gleichen Spots besuchen.

Nach eingängier Inspektion entschieden wir uns auch dafür und beklagten unsere geschundenen Körper und übermüdeten Geister. Aus diesem Grunde kehrten wir in unsere Bleibe zurück und gönnten unseren Existenzen ein wenig Ruhe. Nach etwa einer halben Stunde, und einer verträumten Wiederkehr in das Diesseits, machten wir uns allmählich bereit um der Herausforderung des Workshops entgegenzutreten. Ob der Schmerzsignale und müden Augen fühlten wir uns eher weniger motiviert sportliche Höchstleistungen zu vollbringen.

Erstaunlicherweise änderte sich dies schlagartig durch das, von mir angeleitete, Aufwärmtraining mit den Schützlingen. Nach Sprüngen, Liegestützen, Dehnübungen und Gelenkrotationen fühlten Samson und ich uns wie neu und waren bereit den Leuten Parkour so zu vermitteln, wie wir es bis jetzt kennengelernt haben.

Ich bin stolz darauf keine einzige Bewegung betitelt oder vorgegeben zu haben, und dennoch einen riesigen Fortschritt in den Köpfen der Leute gesehen zu haben. Sie machten schon vollständige Läufe, nachdem sie sich fünf Sekunden Denkzeit gegeben haben, und wussten auf jedes Hindernis eine passende Antwort. Auf die Frage, was sie in den fünf Sekunden gedacht haben, antworteten alle damit, dass sie sich über das Hindernis und sich selbst Gedanken gemacht haben. Jegliche externe Einflüsse wurden ausgeschaltet, und es wurde sich auf die Aktion an sich konzentriert, was auch zu erstaunlich guten Ergebnissen führte: Wenn ich an meinem ersten Trainingstag nur schon so viel Fortschritt gemacht hätte!

Nach dem Workshop, und einem im Kolpinghaus frei zur Verfügung gestellten Abendessen, wollten wir noch ein wenig weiter trainieren, wurden aber von dem Unwetter, das wohl jeder, zumindest in NRW-Ansässige, bemerkt haben wird, überrascht und entschieden uns für parkour-bezogenes Krafttraining.

Zu diesem Krafttraining erschienen aber nur drei, von den sicherlich acht freiwillig-gemeldeten Teilnehmern, denen wir dann aber umso mehr die Hölle heiß gemacht haben.

Nach getaner Arbeit ging es unter die Dusche und es folgten wieder einige Gespräche zwischen Samson und mir, wo wir uns gegenseitig über unsere Ansichten austauschten. Draußen schlugen etwa alle zwanzig Sekunden irgendwo Blitze ein, die das Zimmer erhellten und mich irgendwie von Nachtruhe abhielten. Dennoch schlief ich irgendwann ein und der Dienstag konnte kommen:

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Dienstag:

Nach einem kostenlosen und großzügigen, aber frühen (etwa 7:30) Frühstück im Kolpinghaus packten wir unsere Sachen, warfen den geliehenen Schlüssel unserer Bleibe in ein dafür vorgesehenes Loch an der Rezeption, und zogen von dannen.

So etwa gegen 11:00 kamen wir in Köln an, ich verabschiedete mich von Samson, und wurde erstmal mit Emails, Forenposts, ICQ- und MSN-Nachrichten und anderen "Updates" überflutet. Nachdem ich dies alles abgearbeitet hatte ging ich um 12:20 zum Physiotherapeuten, der mich wegen meiner Knieprobleme behandelt. Diese Behandlung besteht aus Massage der Muskeln, und bestimmten Dehnübungen. Weiterhin kann ich ihn über jegliche Anatomie und Physiologie ausquetschen, was ich durchaus für sehr praktisch halte. So á la "Warum knackt das hier? Ist das schlimm?" oder "Kann ich diesen Muskel so oder so dehnen?", und dergleichen Fragen, die mir schon lange auf der Zunge brannten.

Um 14:30 machte ich mich dann auf den Weg in die Innenstadt um... zu trainieren. Schon wieder. Mit immernoch starken Muskelkater...

Jedenfalls kam ich im Mediapark an und hatte zwei Leuten von der Sporthochschule zugesagt ihnen um 15:00 und 16:00 jeweils ein Interview zu geben. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich nicht mehr verpflichtet fühle dies ehrenamtlich zu tun, sondern nach einer kleinen Aufwandsentschädigung frage, denn im Moment gebe ich fast wöchentlich Interviews, und opfere auch sonst einen Großteil meines Tages für Parkour, und habe irgendwie keine Lust mehr das kostenfrei zu tun.

Ich habe den Leuten ihre Fragen beantwortet, ein wenig trainiert, und einen Wallspin über die falsche Seite gemacht. Dies war aber an einer etwa 45° steilen Mauer, ist also noch nicht einmal annähernd mit einem richtigen zu vergleichen :)

Gegen 19:30 kam ich nach Hause, schlug mir den Bauch voll, badete um mich zu entspannen und fiel gegen Mitternacht ins Bett... und all dies um...

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Mittwoch:

...am Mittwoch wieder gegen 8:00 aufzustehen um in die Schule zu fahren und die Ergebnisse meines schriftlichen Abiturs zu erfahren. Ich war nervös wie sonstwas, weil das entweder Erleichterung oder verdammt viel Stress bedeuten konnte, und gleichzeitig noch meine zukünftige Karriere maßgeblich beeinflussen würde.

Irgendwie hatte ich mir auch eine leichte Erkältung eingefangen, gepaart mit sehr leichtem Schwindelgefühl/Kopfschmerzen, was ich rückblickend auf das viele Training zurückführen würde. Das war für Muskeln, Körper und Immunsystem einfach zu viel Belastung mit zu wenig Regenerationsphasen. Ich denke es sind die Anzeichen eines leichten Übertrainings, die mich momentan plagen. Da ich mich aber die nächsten paar Tage ausreichend ausruhen werde denke ich, dass ich am Wochenende wieder fit bin.

Um 10:30 etwa erhielt ich dann meine Ergebnisse und meinen daraus resultierenden vorläufigen Abiturschnitt.

In Englisch erreichte ich 12 Punkte, in Mathematik 8 Punkte und in Sozial-Wissenschaften 9 Punkte. Das heißt, dass ich offiziell einen vorläufigen Abiturschnitt von 1,8 habe, und nicht in eine Nachprüfung muss.

Da mir aber nur vier Punkte fehlen um auf 1,7 zu rutschen, ließ ich mich von meinen Beratungslehrern beraten und es stellte sich heraus, dass ich durch eine freiwillige, mündliche Nachprüfung in Mathematik nichts zu verlieren habe. Bei 11 oder mehr Punkten kriege ich die 1,7, und selbst bei einem Bewertung mit NULL Punkten bleibe ich auf 1,8. Ich ließ mich also einschreiben, und werde nächste Woche Mittwoch diese Prüfung absolvieren.

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So in etwa liefen bei mir die letzten Tage ab... Video-, Ton- oder Bildmaterial gibt es nicht wirklich, da ich einfach zu faul bin. Dafür schreibe ich ja meist immerhin ausführlich über meine Erlebnisse...

Meine Haut hat sich über das anstrengende Wochenende erstaunlicherweise gebessert, und ich hoffe, dass diese positive Entwicklung nicht nur temporär ist, sondern meinen Zustand permanent verbessert :)

Die Dinge laufen eigentlich ganz gut.

- Dirk

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Source: progress

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